Weihnachtsversprechen 2020 der österreichischen Bundesregierung?“

„Was wurde daraus?“ fragt der Standard https://www.derstandard.at/story/2000132062673/was-aus-dem-weihnachtsversprechen-von-kinderbetreuung-auf-lesbos-wurde

Lesbos/Weihnachten 2021

500 Kinderbetreuungsplätze wurden in die weihnachtlichen Herzen der Österreicher*innen projeziert.
Man musste ja was tun, um den 1000enden Menschen der österreichischen Zivilgesellschaft, die händeringend gemeinsam mit unzähligen Initiativen, Vereinen, NGOs, nicht zuletzt auch mit der österreichischen Bischofskonferenz um eine Aufnahme aus dem Elendslager auf Lesbos/Moria2 gebeten haben, Engelsstaub in die Wohnzimmer zu schicken.

Engelsstaub, der bereits vor der „heiligen Nacht“ verblasste.
Doch wer braucht dann das Glitzern der politischen Werbemaschinerie wirklich, wenn Familien im trauten Heim zusammen sind, gefeiert, gelacht, getrunken wird, die Ankunft des Herrn, in einer Krippe, die es nicht mehr gibt gefeiert wird.

Von den 500 Betreuungsplätzen die zum damaligen Zeitpunkt wegen Schlamm und Dreck im Lager nicht realisierbar waren, sind 125 außerhalb des Lagers umgesetzt worden.
Elisabeth Hauser/GFin SOS Kinderdorf bringt es im ORF auf den Punkt: „mehr ist, mit der Struktur vor Ort nicht möglich. Die Qualität würde sonst extrem leiden“.

Von den Tonnen an Hilfsgütern unseres jetzigen Bundeskanzlers landeten exakt 100 Zelte im Camp! 25 davon blies der Wind in den ersten Wochen weg, 50 waren bis zum Herbst im Lager des Lagers.

Die weihnachtliche Wärme, die man uns Österreicher*innen für die Schutzsuchenden auf Lesbos in Form von beheizbaren Zelten versprochen hatte, die gibt es bis heute nicht, dafür reicht der Strom nicht aus.

Doch sauber wie „das Kind im Stroh“ gab sich die Bundesregierung.
Das Weihnachtsgeschenk war ja viel weniger für die Schutzsuchenden, als für uns gedacht.
Dass wir in Zufriedenheit das Fest der Liebe feiern können und die verantwortlichen Politikerinnen der Volkspartei und Die Grünen den Stern der Nächstenliebe in ihren Köpfe einbrennen konnten, um standhaft daran zu glauben und zu sagen das Richtige getan zu haben. Auch bei den parlamentarischen Abstimmungen schien dies zu funktionieren, keine Aufnahme von Familien aus dem europäischen Dreck war Konsens. Und die heiligen 3 Königinnen verkündeten dann: „wir wollen echte Hilfe für alle vor Ort, nicht nur für ausgewählte Personen, das ist keine Lösung“

Die meisten Weihnachtsmärchen funktionieren so. Sie sind so zauberhaft, alles Liebe und sie vermitteln „alles wird gut“.

Die Realität des heurigen Weihnachten ist:
Immer noch Menschenrechtsbruch, immer noch Schmerz, immer noch ein Zustand für die Betroffenen, den wir weder mit Menschlichkeit, noch mit dem Sinn von Weihnachten, schon gar nicht aber mit Menschenrecht in Verbindung bringen können. Nicht mal ansatzweise.

Immer noch 2500 Menschen, die nur tageweise das Camp verlassen dürfen und an vielen Tage und zu unseren Festen weggesperrt werden, weil feiern unter uns ja viel gemütlicher ist.
67% der Bewohnerinnen sind Afghaninnen, Familien, die weder vor noch zurück können. Frauen, Kinder, Männer.

Und die anderen der 10.000, die letztes Weihnachten auf Lesbos waren?
Sie hängen am Festland fest, in Obdachlosigkeit, ohne Grundversorgung, ohne jegliche finanzielle Unterstützung.
Man hat ihnen Asyl gewährt, was wollen sie jetzt noch?
Sie müssen erkennen, dass sie dazu dienen, die Haltung Europas, die Abschreckungspolitik zur Schau zu stellen.
Weihnachten ist 3 Tage, das geht schnell vorbei, der Engelsstaub, der niemals leuchtete enthält die österreichische Botschaft:
„Wer klopfet an? Was wollt ihr armen Leut? Nein, es kann einmal nicht sein, drum geht nur fort, ihr kommt nicht rein!!“

Wie sieht es jetzt aus?
Gibt es ein Umdenken in Österreich?
Schenken wir 500 Familien Herberge und realisieren damit Menschenrecht auf würdiges Leben?
Gibt es dazu eine Antwort seitens der neuen, menschlichen und dialogfähigen Bundesregierung?
Sigi Maurer August Wöginger, könnten Sie das bitte mal überdenken und abklären?
Herzlichen Dank und frohes Fest,

Doro Blancke

Sie wollen unsere Arbeit mit und für Menschen auf der Flucht unterstützen? Wir danken herzlichst

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Flüchtlingshilfe/refugee assistance-doro blancke AT93 3842 0000 0002 7516

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