Update 2024

Bereits im 4. Jahr sind wir jetzt auf Lesbos und bemühen uns hier vor Ort, im Sinne der Geflüchteten und unserer Unterstützer: innen unser Bestes zu geben.

TÄTIGKEITEN – Lesbos – 2024
Wöchentliche Lebensmittelpakete in der Stadt Mytelini/Lesbos
Seit beinahe 3 Jahren verteilen wir an besonders vulnerable Geflüchtete, die aus persönlichen Gründen nicht im Camp leben können und von diversen NGOs eine Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen, wöchentlich Lebensmittelpakete. Die Anzahl der Personen ist meistens etwas über 200.Der Inhalt ist so konzipiert, dass sich jede Person einmal täglich, bis zum nächsten Verteilungstermin, eine warme Mahlzeit kochen kann.
Inhalt: Trockenlebensmittel (wöchentlich) Reis, Spaghetti, Tomatenpaste, oder Dose geschnittene Tomaten. Dazu noch jede Woche unterschiedlich, entweder Linsen, Bohnen, Soya, Mais.
Lebensmittel frisch: Obst und Gemüse, je nach Saison, Fleisch, Brot.
Lebensmittel (monatlich): Salz, Zucker, Tee, Gewürze, Öl.
Haushalt: (monatlich) Waschpulver, Spülmittel, Putzsachen.
MietenEs gibt Geflüchtete, die anhand ihrer medizinischen Situation, ihrer Traumatisierung, oder aus anderen Gründen, nicht im Camp leben können. NGOs bemühen sich dann, nach einer ärztlichen Empfehlung, für jene Menschen private Unterkünfte auf Lesbos zu finden und zu bezahlen. Auch wir bezahlen im Moment 2 Wohnungen, für insgesamt 6 Menschen.
Rechtsberatungsprojekt auf Lesbos
Dass Menschen auf der Flucht zu ihrem Recht kommen, ist eines der wichtigsten Themen, welches besonders in Griechenland komplett vernachlässigt wird. Seit mehr als zwei Jahren finanzieren wir eines der 3 größten Rechtsberatungsprojekte auf der Insel, ausgeführt von den erfahrenen Asylanwält:innen und Rechtsberater: innen von Defence Children International – Greece. Die vielen Erfolge, die man in den Reports von DCI jedes Quartal auf unserer Homepage nachlesen kann, bestätigen uns darin, gerade dieses Projekt am Leben zu erhalten. Wir finanzieren deshalb, solange es uns möglich ist, dieses Projekt weiterhin mit 4000 € monatlich.

Sprachkurse
Wenn Menschen auf der Flucht neu in Europa landen und sie kein Englisch sprechen, ist eines der größten Herausforderung die Kommunikation. Nur mit guter Kommunikation können die Menschen ihre Bedürfnisse äußern, zu ihren Rechten kommen, unsere Gewohnheiten kennenlernen und sich mit unserer Gesellschaft im Vertrauen verbinden. Ein erster wichtiger Schritt für zukünftig gutes und friedliches Zusammenleben. Deshalb unterrichten wir auf Lesbos in unterschiedlichen Gruppen, Anfänger: innen, Mittlere und Fortgeschrittene, 2 x die Woche Englisch. Diese Aufgabe erledigen unsere europäischen Freiwilligen, im Moment Sophia und Andrea. Auch einer unserer Community Volunteers ist involviert. Afshin, aus dem Iran, begleitet mit Andrea die Anfänger: innen Gruppe und hilft bei der Übersetzung.
Women Shelter – sicheres Haus für alleinreisende Frauen und ihre Kinder
Eine befreundete NGO „Welcome Office – Lesvos“ sah die dringende Notwendigkeit einer sicheren Unterkunft für Frauen und Kinder. Als sie uns von ihrem Projekt im Dezember 2023 berichtet haben, war ich wirklich begeistert. Frauen auf der Flucht erleiden so unfassbar viele Verletzungen, Traumata, sind immer wieder reiner Willkür und Übergriffen, bis hin zu Vergewaltigungen ausgeliefert, dass jeder sichere Raum, jedes Zimmer, welches allein reisenden Frauen auf der Flucht zur Verfügung gestellt werden kann, ein großer Gewinn ist. Jede einzelne Frau, die sicher untergebracht wird, ist ein Lichtblick. Deshalb haben wir uns entschlossen, die mtl. Miete dieser Wohnung von 450€, für 5 Frauen und ihre Kinder zu übernehmen. Wir haben jetzt eine Projektvereinbarung für ein halbes Jahr, ich kann aber jetzt schon sagen, wenn das Projekt gut läuft, wovon ich ausgehe, werden wir weiter unterstützen.
Minderjährige auf der Flucht
Wir unterstützen auf Lesbos eine Unterkunft „Safe Space“ für Minderjährige. Wir verteilen dort regelmäßig, in Absprache mit der Leitung, Lebensmittel und Gewürze, um das tägliche Essen, welches lieblos gekocht von einer Großküche geliefert wird, zu verbessern. Zusätzlich liefern wir auch noch Milch, Kekse und Obst für jeden Minderjährigen.

Persönliche Begleitung und Beratung
Da wir konstant seit dem Brand von Moria auf der Insel sind, wenden sich bereits viele Betroffene mit ihren persönlichen Bedürfnissen und Nöten an uns. Trotz der großen Herausforderungen versuchen wir immer gute Lösungen, auch in Zusammenarbeit und Vermittlung mit und von anderen NGOs, zu finden. Was sehr gut gelingt. Daraus entstehen auch immer wieder neue Projekte, weil wir die Bedürfnisse durch den persönlichen Kontakt besser wahrnehmen, z.B. das:

Zahnprojekt
Seit ca. 2 Jahren arbeiten wir sehr eng mit einem Zahnarzt, Dr. Mohammed Ghareeb, auf Lesbos zusammen, der auch bereits in Idomeni/Griechenland tätig war und die Herausforderungen kennt. Er hat jetzt seit einigen Jahren in Mytelini eine öffentliche Praxis. Durch die gute Zusammenarbeit mit ihm, konnten wir bereits vielen Schmerzpatient: innen helfen und auch Zahnersatz, Reinigung, usw. , den Geflüchteten auf Lesbos zur Verfügung stellen.
Namenloser Friedhof – Lesbos
An diesem Ort werden alle Geflüchteten begraben, die auf der Insel verstorben, oder auf der Überfahrt am offenen Meer, ihr Leben lassen mussten (wenn man sie bergen konnte, viele sind bis heute nicht gefunden worden.) Es war uns ein großes Anliegen, diesem Ort seine Würde zu geben. So gingen wir in regelmäßigen Abständen dorthin, jäten die Gräber, richteten umgefallene Steinplatten auf, die an die Toten erinnern, reinigten die Wege und schickten auch Bilder an Familien, die wir kennen und von denen wir wissen, dass sie ihre Verwandten hier zurücklassen mussten.

Der Ort liegt ungefähr eine Viertelstunde Stunde außerhalb von Mytelini, der Hauptstadt von Lesbos, in einem verlassenen Olivenhain. Da es auch relativ schwierig für die Menschen auf der Flucht ist, vom Camp hierher zu kommen, bringen wir auch manchmal Geflüchtete dorthin, um die letzte Ruhestätte ihrer Kinder, Verwandten oder Freund: innen zu besuchen.
Bei unserem Besuch letzte Woche gab es eine große Veränderung, die uns alle sehr berührt hat. Eine Initiative hat sich entschlossen, gemeinsam mit der Munizipalgemeinde den Friedhof zu gestalten. Jedes Grab bekommt eine Einrahmung und einen Grabstein, wird also dauerhaft sichtbar gemacht. Unsere Arbeit bei diesem Projekt, auch unsere Veröffentlichungen haben offensichtlich auch hier Wirkung gezeigt. Wir verließen den Ort in Stille und voller Dankbarkeit. Der Friedhof ist jetzt ein Ort, an dem die Verstorbenen in Würde ihre “letzte Ruhe” finden können.
Kochprojekt „Makerspace“
Makerspace ist eine NGO von Geflüchteten, die sich hier, während ihres Aufenthalts auf Lesbos um Reparaturen aller Art (Fahrräder, Wasserkocher, Handys, usw) kümmern. Sie sind im sozialen Zentrum PAREA angesiedelt, betreiben dort eine Werkstatt. Die Leitung hat Hamed, ein Schutzberechtigter, aus dem IRAN. Da das Geld knapp ist, unterstützen wir diese NGO nicht nur mit Materialen (Fahrrad- und Handyersatzteile) die wir ihnen ab und zu zukaufen, sondern auch mit einem Kochprojekt. Die Volunteers von MS erhalten jeden Tag (Mo-Fr) ein warmes Essen, das ihnen ein Koch (Refugee/Afghanistan) zubereitet. Immer am Montag stellen wir dafür die Lebensmittel für die ganze Woche bereit. Speziell jetzt im Winter, wo eiskaltes Wetter und heftige Stürme, sind die 6 Volunteers über eine gemeinsame Mittagspause im Warmen mit einem guten Essen, sehr froh. Auch der Koch ist glücklich, denn den ganzen Tag im eiskalten Camp zu sitzen, nichts zu tun, ist eine ´ große psychische Belastung.

Soziales Zentrum PAREA
Das soziale Zentrum PAREA liegt oberhalb des Mavrovouni Camps, ca. 10 Gehminuten entfernt. 9 NGOs sind hier stationiert und bieten ihre Dienste an, so auch wir. Die Leitung und Organisation hat „Europe Cares“. Wir finden es sehr wichtig, dass es so ein Zentrum für die Geflüchteten gibt.Hier gibt es einen Women Space, Sprachunterricht, Computer Unterricht, einen Garten, tägliche Essensausgabe (Lunch, welches von ZAPOREAK geliefert wird, ca. 400 Portionen), Rechtsberatung, Workshops, Kinderspielplatz, medizinische und psychologische Angebote, einen Garten, uvm.Wir sind deshalb vor Ort, weil das Zentrum sehr wichtig ist und wir alle damit einen Beitrag leisten können, einen Ort des Willkommens und des guten Zusammentreffens zu ermöglichen. Im Camp gibt es im Sommer kaum Schatten, im Winter keinen Raum, in dem man sich in der Wärme treffen, oder austauschen kann.Gemeinsam mit den 8 anderen NGOs tragen wir diesen Ort und sind sehr glücklich darüber. Hier finden auch unser Englischunterricht, die Rechtsberatung und das Abpacken der Lebensmittelpakete statt.

Lebensmittelpakete Mavrovouni Camp/Lesbos
Seit Mai 2023 finanzieren wir gemeinsam mit LNOB-LeaveNoOneBehind für all jene Geflüchteten, die offiziell aus der Essensversorgung im Camp ausgeschlossen sind, Lebensmittelpakete. Da gibt es ein Rad von 7 Wochen, 7 Wochen finanziert LNOB, 7 Wochen wir.Die griechische NGO Siniparxi unterstützt dazu mit Tee und Zucker. Europe Cares/Parea übernimmt die Verteilung. Seit Mai 2023 konnten wir auf Lesbos 1000enden von Familien, Alleinreisenden und Minderjährigen auf der Flucht mit wöchentlichen Essenspaketen unter die Arme greifen, dringend notwendig, da die Betroffenen alle offiziell von der Essensversorgung der griechischen Regierung ausgeschlossen sind.Asylberechtigte/Schutzberechtigte und abgelehnte Asylwerber:innen (denen meistens das Geld für eine Beschwerde fehlt) werden 30 Tage nach ihrem Bescheid, offiziell von der Essensausgabe ausgeschlossen. Dass sie das Camp nicht verlassen können, da die Asyl Dokumente noch fehlen und die Camps am Festland voll sind.Die letzten Monate versorgten wir gemeinsam mit LNOB – LeaveNoOneBehind und Siniparxi, im 6-7 Wochen-Rad, 140 – 890 Menschen aus dem Camp (wöchentlich) – Anzahl steigend. Auch wenn es ein riesen finanzieller Aufwand ist, solange wir Geld haben, die Menschen hungrig zurückzulassen ist keine Option für uns.Da die Zahl der Betroffenen mittlerweile auf 1500 gestiegen ist, mussten wir uns jedoch für eine politische Aktion entscheiden. Vor Weihnachten haben wir einen „Open Letter“ an politisch Verantwortlichen geschrieben, weil wir nicht mehr lange in der Lage sind, diese Hilfestellung zu finanzieren.
Adressat: innen:
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Kommissarin Ylva Johansson
1.Vizepräsident des europäischen Parlaments, Dr. Othmar Karas
Beate Gminder, Task Force Migration EU

Dr. Karas, 1. Vizepräsident des Europäischen Parlaments, hat sich sofort gemeldet, er hat versprochen sein Bestes zu geben, um mit Minister Präsident Mitsotakis und dem griechischen Integrationsminister Kairidis in Dialog zu kommen um eine gute Lösung, sprich Essensverteilung wieder für alle zu öffnen, zu erarbeiten. Er hat uns dann auch den Brief, welchen er an die oben genannten Personen geschrieben hat, zukommen lassen.Kommissarin Ylva Johansson ist am Sonntag, 7. Jänner 2024 nach Athen gereist. Auch auf ihrer Agenda waren die von uns geforderten Punkte: Helios – griechisches Integrationsprogramm, wieder anlaufen zu lassen.Sofortige Essensversorgung aller Bewohner: innen des Mavrovouni Camps auf Lesbos. So wie es jetzt aussieht anhand der Informationen, die uns übermittelt wurden, scheint die griechische Regierung unseren Forderungen „Essensausgabe für alle“ wieder nachzukommen. Trotz zahlreicher Versprechungen, Zusagen, bis heute keine Umsetzung. Wir bleiben dran! Wir machen auch immer wieder auf die verheerenden Bootsunglücke vor der Insel Lesbos aufmerksam, protokollieren auch die zahlreichen illegalen Deportationen Pushbacks, und weisen immer wieder auf die katastrophalen Zustände hin, unter denen hier Geflüchtete untergebracht werden. Doch dabei allein darf es nicht bleiben.Immer wieder suchen wir den Austausch mit politisch Verantwortlichen, bis hin zur Europäischen Politik und sprechen über mögliche Lösungen und fordern diese auch ein. Die Art und Weise wie Menschen auf der Flucht behandelt und entwürdigt werden ist inakzeptabel und oft auch rechtswidrig. Es liegt an uns allen, diese Zustände nicht zu akzeptieren und zu verändern – letztendlich zum Wohle von uns allen. Denn es sind unser aller Rechte, die hier immer wieder gebrochen werden.

Abschließend noch ein paar weitere Informationen:Rechtsberatung in Österreich
Wir unterstützen mit 5000€ jährlich ein Rechtsberatungsprojekt der Asylkoordination Österreich, die Menschen, die aus Griechenland kommen und in Österreich landen, eine adäquate Rechtsberatung bereitstellen. Unter der Leitung von Lukas Gahleithner-Gertz, bewegen Rechtsberater:innen der Diakonie und das Team von Dr. Christian Schmaus/RA viel.Wir finden das außerordentlich wichtig, da die Verhältnisse in Griechenland dermaßen entwürdigend und unmenschlich sind, dass auch Menschen mit positivem Asylbescheid (sprich Schutzberechtigte) keinerlei Entwicklungsmöglichkeit haben. Die Menschen finden keine Wohnungen, kein Essen, keine Arbeit, keine Sprachkurse, dh. sie landen in der Ausbeutung – von Billiglohnsektor ohne Versicherungen, bis hin zur Prostitution.

Integration
Einige Menschen, die aus Griechenland kommen haben hier bereits Asyl und Subsidiären Schutz erhalten, sie sind schon sehr erfolgreich im Integrationsprozess. Wir begleiten sie auf ihrem Weg, „Fördern und Fordern“, in ein selbstbestimmtes Leben. Deutschkurse, Ausbildung, Einwebung in unsere Gesellschaft.

Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, Organisationen und Vereinen
Gute Zusammenarbeit mit anderen österreichischen Initiativen und Organisationen ist uns enorm wichtig. Denn nur gemeinsam können wir Dinge verändern, bewegen. So sind wir gut vernetzt in ganz Österreich und sehr dankbar, dass auch hier viel Unterstützung kommt. Stellvertretend für viele ein großes Danke an Initiativen wie Courage – Mut zur Menschlichkeit/Wien, „So sind wir nicht“, Innsbruck, „Hoffung für Flüchtlinge“ – Reute/Tirol, Tertiar Schwestern – Hall i. Tirol, Tatendrang – Initiative für Menschlichkeit aus Vorarlberg, an die Asylkoordination Österreich, uvm.Dass heuer auch mehrere Jugendgruppen Punshaktionen für uns gemacht haben, war eine große Freude. Es zeigt, wie groß auch das Interesse der Jugend am Thema „Europäische Außengrenzen“ ist und sie diese unwürdigen und rechtsbrechenden Zustände keinesfalls akzeptieren wollen.Auch Künstler:innen und Musiker:innen bringen sich regelmäßig ein, ein herzliches Danke hier, um nur einige zu nennen an das Parkhouse/Graz und Norbert Wally von „The Base“ Ein großes Danke an alle, die so lange und immer wieder unsere Tätigkeiten als Verein „Flüchtlingshilfe Doro blancke” unterstützen.Als rein spenden finanzierter Verein können wir unsere Arbeit nur danke Euch allen tun. Falls ihr noch mehr über unsere Tätigkeiten wissen wollte, schaut einfach Mal unter Neuigkeiten auf unserer Webseite.

Wer mit uns Kontakt aufnehmen will: kontakt@doroblancke.at

Wer unsere Arbeit eventuell auch finanziell unterstützen will, oder diese Info an Interessierte weiterleiten – herzlichen Dank,

Eure Doro

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