Wir vergessen die Schicksale an den europäischen Außengrenzen nicht

Unser Arbeitsalltag besteht nicht nur aus

– Lebensmittelverteilungen
– Sprachkurse
– Mieten für besonders vulnerable Personen zu bezahlen
– Zusammenarbeit und auch finanzielle Unterstützung anderer NGOs auf Lesbos
– Aktivismus für die Rechte der Geflüchteten
– persönliche Begleitung von Geflüchteten
– Clean Up Projekt auf Lesbos (Plastikmüll sammeln)
– Finanzierung eines Rechtsprojekts in Griechenland und eines in Österreich für Geflüchtete
– uvm.

Unser Alltag besteht auch aus Aufnehmen und Verarbeiten von unfassbaren Grausamkeiten, Verbrechen, die die griechischen Behörden an Geflüchteten begehen.

Nicht nur, dass die bereits auf der Insel Gelandeten, darunter auch viele Familien mit Kindern, grausamst nach Raub all ihrer Habseligkeiten (Geld, Schmuck, Mobiltelefonen) in Container gesperrt, geprügelt und dann auf offenem Meer, auf kleinen schwimmenden Inseln, ausgesetzt werden.
Es schwemmt auch immer wieder Tote auf Lesbos an. So wie gestern wieder (siehe Artikel des Standard).
Das alles sind Zustände, die wir alle kennen und auch sehr genau von Betroffenen beschrieben bekommen, auf keinen Fall akzeptieren dürfen und wollen.
Die Behandlung in Griechenland, in Europa, an den europäischen Außengrenzen hat eine Dimension angenommen, die uns alle verwundet und fassungslos zurück lässt.

Wie soll das enden, wenn wir nicht jetzt der Politik Einhalt gebieten?
Wir reden gerne von Vergangenheit; leben wir im Jetzt und lassen nicht zu, dass Geflüchtete grausamst misshandelt und getötet werden.
Denn Schuld an diesen Verbrechen sind nicht die Schlepper, auf die sich Politiker*innen gerne ausreden. Nein, es ist die tödliche Abschottungspolitik der EU, die Entscheidungen der politisch Verantwortlichen.
Wenn wir nicht einstehen für all jene Menschen auf der Flucht, die entrechtet und maßlos misshandelt werden, wohin führt uns das?

Ich höre hier in persönlichen Gesprächen so viele unfassbar traurige Geschichten, nehme das Leid und die Traumatisierungen wahr, die Europa Menschen auf der Flucht/Schutzsuchenden zufügt und zugefügt hat.
Obwohl nicht unmittelbar persönlich betroffen merke ich was es mit mir, mit uns macht.
Umso schlimmer für all jene, die es persönlich betrifft. Wie sollen die Geflüchteten damit weiterleben, dies ertragen?

Wir wollen Lesbos nicht verlassen!
Es geht nicht nur um die oben erwähnte, praktische Hilfestellung für Schutzsuchende.
Es geht auch um Zeitzeug*in sein, diese Verbrechen zu dokumentieren.
Es geht auch um dagegen aufzustehen.
Es geht auch immer wieder, auch wenn es noch so weh tut, um Hinschauen und dagegen vorgehen.

Wir bitten Euch:
Vergessen wir nicht die Schicksale von Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen, auf Lesbos, usw.
Wir können unsere Arbeit nur mit Eurer finanziellen Unterstützung tun.
Wir danken Euch dafür, auch dafür, dass ihr unsere Beiträge teilt, an Freund*innen, Kolleg*innen, Gemeinschaften weiterleitet.
Denn nur im WIR, mit Eurer finanziellen Unterstützung, können wir Menschen auf der Flucht weiterhin unterstützen.

Flüchtlingshilfe/refugee assistance – Doro Blancke
IBAN: AT93 3842 0000 0002 7516
Paypal: paypal.me/helfedorohelfen

Jede noch so kleine Unterstützung zählt.

Herzlichen Dank,
Doro

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