Wie lange noch? Abschiebung statt Ausbildung?

Doro Blancke Asyl Kommentieren

Wie lange noch sehr geehrte Landeshauptfrauen und -männer, geschätzte Bürgermeister*innen, Stadträt*innen, Gemeinderät*innen?

„Wie lange noch“ frage ich Sie, wollen Sie diese vollkommene Unverständlichkeit, um nicht zu sagen Idiotie mitmachen, dazu schweigen, aus parteipolitischen Gründen sich ruhig verhalten, wo Sie doch aus Ihrem menschlichen Bewusstsein heraus genau wissen, dass Abschiebungen in Hochrisikogebiete wie Afghanistan in keinster Weise unserem humanistischem Denken entsprechen und Ihnen außerdem sehr wohl klar ist, dass wir an allen Ecken und Enden dringend gut ausgebildete Leute suchen. Ich weiß das aus etlichen vertraulichen Gesprächen mit der einen, oder dem anderen von Ihnen. Ich möchte hier auch niemanden von Ihnen bloßstellen, jeder von Ihnen weiß, wie die Gespräche zu diesem Thema mit unseren jeweiligen Vertreter*innen verlaufen sind.

Immer noch hoffe ich auf Ihre Vernunft, auch auf Ihre Persönlichkeit. Darauf, dass Sie endlich auch öffentlich zur Sprache bringen, dass dieses „Abschieben von gut ausgebildeten Menschen“ ein Ende haben muss. Dass es in vielen Bundesländern zu Unruhe führt, wie derzeit in Tirol, wenn junge Menschen, die 4 Jahre und mehr unter uns leben, unsere Sprache erlernt haben, die ihr Bestes gegeben haben, ausgebildet wurden von österreichischen Unternehmer*innen, mitten in unsere Gemeinschaft eingebettet, in ein Land mit einem derartig hohen Sicherheitsrisiko wie Afghanistan abgeschoben werden sollen.

Es muss ein Ende haben, dass Sie in unserem Namen jegliche Vernunft verweigern, verschweigen und keine andere Alternative als Angst vor Zuwanderung als Argument hochhalten. Es kann nicht sein, dass wir dringendst Pflegepersonal suchen und Sie mit dieser unverständlichen und visionslosen Migrations- und Asylpolitik vorwiegend jene Wähler*innen zufrieden stellen wollen, die bereits in einem Alter sind wo Pflegepersonal bald gesucht und gebraucht werden wird. Es kann aber auch nicht sein, dass Sie sich derart einer Parteilinie unterwerfen, dass Sie wider besseren Wissens und Gewissens, diese gut ausgebildeten jungen Menschen unseren Gemeinschaften wieder entreißen, nur um einer Ideologie zu folgen, die langfristig für uns alle ein gravierendes, menschlichen Defizit darstellt und junge Menschen in die vollkommene Trostlosigkeit entlässt.

Die Bundesregierung ist weit weg, abgeschnitten vom wahren Leben.

Sie sind es sehr geehrte Damen und Herren, die täglich mit den persönlichen Anfragen und Sorgen der Bürger*innen konfrontiert sind. Und Sie sind es, von denen wir alle eine weise und menschliche Lösung erwarten. Und Sie sind es, die sehr wohl das Standing haben den Wähler*innen Ihre zukünftigen Entscheidungen zu erläutern und die notwendige Akzeptanz dafür bekommen können. Für uns alle. Migrationsforscher*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Psycholog*innen, kirchliche Würdenträger, Unternehmer*innen, viele Menschen der Zivilgesellschaft, aus allen Bundesländern, haben bereits bei ihren politisch Verantwortlichen Gespräche gesucht, ihrer Verwunderung, teils auch Entrüstung Ausdruck verliehen und Sie um Hilfe gebeten.

Darum nochmals unsere eindringliche Bitte an Sie, wie sie schon alle NGOs, Interessensvertretungen, auch Politiker*innen, kirchliche Vertreter und Zivilgesellschaft an Sie heran getragen haben:

„ Bitte dringenst für eine humane Lösung statt Abschiebungen einstehen, aufstehen, sich öffentlich äußern“.

Ich bin überzeugt, sehr geehrte Damen und Herren, dass Ihnen ein Großteil der Bürger*innen sinnvolles Handeln danken wird, wenn Sie endlich Vernunft und Menschlichkeit walten lassen. Denn es gibt viele Gründe, nicht zuletzt jene der Menschlichkeit und Solidarität der österreichischen Bürger*innen, dass so viele junge Menschen im Jahr 2020, 4 1/2 Jahre nach 2015 so gut ausgebildet und vernetzt mitten unter und mit uns stehen.

In Erwartung Ihrer Stellungnahmen und vernünftigen und menschlichen Entscheidungen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Doro Blancke/Vorstandsmitglied Fairness Asyl

Dieses Schreiben geht an alle Landeshauptleute, Bürgermeister*innen von größeren Städten, Stadträt*innen, usw.. Ich bitte auch Sie, geschätzte Leser*innen, dieses Schreiben kann gerne verwendet werden, es an Ihre Landeshauptleute, Bürgermeister*innen, Stadt- und Gemeinderät*innen zu senden. Dieser Spuk und diese, in keinster Weise nachvollziehbare Unvernunft müssen ein Ende haben. Danke für Deine/Ihre Unterstützung, Doro Blancke

https://www.tt.com/artikel/16627678/pflegehelfer-vor-abschiebung-ak-praesident-kritisiert-falschen-weg

Bild/Quelle „Tiroler Tageszeitung“

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