Vorhölle Europas

Der Winter steht vor der Türe.
Das Elend ist kaum zu fassen.

Ich treffe hier 3 Minderjährige, 14 und 15 Jahre, die aus Österreich illegalen Pushback erleben mussten und wieder hier sind.
Minderjährige!

In einem Abbruchhaus, mitten im Wald eine afghanische Mama mit ihrem 1 Jährigen, nichts zu essen!

Einen FIFA Schiedsrichter, er hat ausgedient, niemand – auch die FIFA World Cup nicht – hilft ihm.

Viele Menschen aus Afghanistan, was hat man mit ihnen vor? Wie sollen die vielen Kinder die nächsten Jahre verbringen? Geflohen vor den Taliban, hier unerwünscht und ignoriert.
Vergessen in der Vorhölle Europas?

Kriminell ist die Politik, nicht wir!

Kroatische Polizisten nehmen täglich bei den illegalen Pushbacks, auch genannt „The Game“, Menschen ihr letztes Hab und Gut weg.
Geld, Handy, Kleidung.
So werden sie ohne Rechtsgrundlage nach Bosnien zurückgejagt, -geprügelt, -gequält.
Wir sehen blaue Flecken, Narben, traumatisierte Menschen. Menschen. Die Menschen erhalten keine Abnahmebestätigung für ihr persönliches Hab und Gut.
Wo bleibt dieses Geld?
Wer kontrolliert das?

Es ist unfassbar grausam, was hier Menschen angetan wird. Ich habe schon vieles gesehen, Europa scheut sich nicht, die Qualen, die Grausamkeiten an den Menschen sukzessive zu erhöhen. Abschreckungspolitik, auf die sich am Ende alle einigen.

Wir sollten schnellstens Lösungen finden, wollen wir kleine Kinder hier erfrieren lassen?
Wollen wir zusehen, wie Mütter, Großmütter, junge Menschen hier zerbrechen?
Wollen wir wirklich diese Grausamkeiten verantworten?

Dieselbe Katastrophe wie immer.
Damit Menschen nicht verhungern, müssen NGOs mit Spendengeldern ihr Möglichstes geben.
Danke an Pero Beclija, was er hier leistet.
Gerne werden wir hier unterstützen.

Politik betreibt Abschreckungspolitik, Menschen sind Ware und werden ohne Rücksicht auf Verluste von A nach B geschoben. Und Österreich muss davon wissen, kaum anders möglich.

Ich werde nach meiner Rückkehr Innenminister Karl Nehammer um einen Termin bitten.
Ihn um Aufklärung, seine Einschätzung bitten.
Ich treffe hier Minderjährige (14, 15), die sagen, sie waren bereits in Österreich, ca 10 km über der Grenze und wurden von der österreichischen Polizei den slowenischen Kollegen übergeben, weiter nach Kroatien, dann Bosnien.
Das nennt man illegale Kettenpushbacks wohlgemerkt.
Wie ist das möglich?
Wir alle wissen, das ist gegen Europäisches Recht, wir fordern Aufklärung.

Jetzt, aktuell sind wir hier, um Katastrophenhilfe zu unterstützen, zu leisten.
Doch dabei darf es nicht bleiben.
Wir müssen dringend darüber reden.

Kommentare 1

  1. Ihr leistet große Arbeit! Ich weiß nicht: Aus welchen Ländern kommen die Menschen in Bosnien? Warum können sie in Bosnien nicht Asyl beantragen? Wo wollen sie hin?
    Alles Gute für Euch.
    Mit freundlichen Grüßen!

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