#StopDeportationToAfghanistan – Monika Weilguni

Doro Blancke #StopDeportationToAfghanistan Kommentieren

„Menschen, die nach Afghanistan abgeschoben werden sind Angst und Hass, Folter und Terror, Krieg und Tod ausgesetzt“ Monika Weilguni, Seelsorgerin

Monika Weilguni spricht aus, was in Afghanistan Realität ist. Jene, die nach Afghanistan abgeschoben werden sind vom ersten Tag an unmenschlichen Situationen ausgesetzt. Nicht nur, dass man sie nach Jahren in Österreich, in denen sie ein friedliches Leben kennen lernen durften, sich integriert haben, Freundschaften geschlossen haben, erneut in ein Hochrisikogebiet zurück bringt, wird ihnen auch Angst, Misstrauen und Hass entgegen gebracht. Und überall lauert der Tod auf sie.

Genauso wie bei uns herrscht in Afghanistan die Meinung, dass nur Menschen abgeschoben werden, die in Europa kriminell geworden sind. Dies entspricht in keinster Weise der Wahrheit. Wir NGOs und viele Unterstützter*innen wissen, dass das nicht stimmt. 100te unbescholtene, fleißige, junge Menschen aus Afghanistan bekommen in Österreich einen negativen Asylbescheid. Unzulängliche Gutachter, populistische Politiker*innen, Rechtsberater*innen, denen politische „Wünsche“ näher stehen als die Realität in Afghanistan und Sicherheit und das Recht der Menschen, der „Joint Way Forward Deal-Afghanistan“ uvm. tragen dazu bei, dass es zu Abschiebungen in ein Kriegsland wie Afghanistan kommt. https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-nach-anschlag-101.html

Die jungen Rückkehrer werden oftmals von ihren Familien geächtet, geraten in Situationen, in denen sie erpresst werden, weil man annimmt, sie hätten österreichische Unterstützung, alleine und schutzlos sind sie der täglichen Brutalität des Landes ausgesetzt. Es gibt keinerlei Reintegrationsunterstützung, wie seitens der europäischen Länder behauptet wird. Ich selbst bin in Kontakt mit jungen Abgeschobenen, Schülern, HTL Absolventen, Arbeitern, auch einem Konvertiten (!). Alle leben in größter Angst, tlw versteckt, andere haben sich wieder auf die Flucht begeben. Kein einziger von ihnen kann nach der Rückkehr ein selbstständiges, sicheres Leben aufbauen, geschweige denn führen. Afghanistan Expertin, Dr. Friederieke Stahlmann hat sich wissenschaftlich damit auseinander gesetzt und beschreibt dies in ihrer Studie https://www.proasyl.de/news/studie-zur-situation-abgeschobener-afghanen-bedrohungen-gewalt-chancenlosigkeit/

Diesen Menschenrechtsbruch nehmen unsere Politiker*innen in Kauf, um teils populistische, menschenverachtende Kampagnen zu führen, die einzig und allein ihrem eigenen Machterhalt dienen.

Der Höhepunkt dieser konsequenten Grausamkeit äußert sich jetzt bei den Betroffenen der Kampagne des jetzigen Ministers, ehemals LR Rudi Anschober #AusbildungStattAbschiebung. Bestens integrierte, gut ausgebildete Fachkräfte sollen unmittelbar nach Ende ihrer Lehre in das Kriegsland Afghanistan abgeschoben werden. http://ausbildung-statt-abschiebung.at/

Irreführend wird davon gesprochen, dass wir genug Corona bedingte Arbeitslosigkeit hätten. Dass dies kaum, bis gar nicht, gut ausgebildete Fachkräfte betrifft wird verschwiegen. Ein „kleines“ Beispiel dafür, wie unmenschlich und verantwortungslos gegenüber Schutzsuchenden die politische Situation gehandhabt wird.

Ernstzunehmende NGOs kämpfen seit Jahren für faire Asylverfahren, Verfahren ohne Willkür. Das beinhaltet auch, dass wir negative Entscheidungen, wurden sie in fairen, korrekten Verfahren getroffen, akzeptieren müssen. Was wir niemals akzeptieren wollen und können sind willkürliche, politisch beeinflusste Verfahren, in denen die Entscheidungsträger*innen oft keine Ahnung vom Herkunftsland haben und wir akzeptieren keinesfalls Abschiebungen in Kriegsgebiete, wie nach Afghanistan. https://www.sichersein.at/

Die Bundesregierung muss sich die tatsächliche Lage in Afghanistan bewusst machen, die ÖVP sollte sich auch hier ihren viel gepriesenen „christlich sozialen Werte“ besinnen. Parteimitglieder, die im persönlichen Gespräch mit uns kundtun, dass sie Abschiebungen in ein Kriegsland wie Afghanistan persönlich keinesfalls befürworten, sollten endlich ihre Stimme auch öffentlich erheben. Tun sie dies nicht, machen sie sich mitschuldig.

Monika Weilguni, Seelsorgerin aus Linz/OÖ ist seit Jahren engagiert für Menschen auf der Flucht und sowohl Betroffenen, als auch mir und vielen anderen eine verlässliche Ansprechpartnerin. Dafür und für ihr Statement danke ich ihr aus herzlichste. Innigen Dank liebe Monika!

#AfghanistanIsNotSafe #SicherSein #Menschenrechte

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