#StopDeportationToAfghanistan – AusbildungStattAbschiebung?

Doro Blancke Asyl 1 Kommentar

Die Initiative #AusbildungStattAbschiebung, initiiert vom jetzigen Minister Rudi Anschober und unterstützt von vielen NGOs, Wirtschaftstreibenden und Privatpersonen hat viel bewegt.
Die Lehrlinge, vorwiegend aus Afghanistan haben eine sogenannte „Hemmung“ erhalten und können ihre Lehre abschließen.

Die ersten Lehrlinge werden fertig, sie sind zu dringend notwendigen Fachkräften ausgebildet und ich stelle fest, dass die Bundesregierung, das BMI weiterhin davon ausgehen, dass die Betroffenen nach der Lehrabschlussprüfung nach Afghanistan zurück gehen (müssen)!

Unabhängig davon, wie absurd es ist unsere Wirtschaft viel Geld und Kraft investieren zu lassen, um junge Menschen zu, in den jeweiligen Betrieben dringend notwendigen Fachkräften ausbilden zu lassen, um sie dann denen gleich wieder weg zu nehmen, empört mich auch die Haltung gegenüber jungen Menschen, die aus einem Hochrisikogebiet kommen und hier um Schutz suchen.

Die jungen Menschen kommen aus Afghanistan!
Einem Land, in dem seit mehr als 40 Jahren Krieg herrscht, Anschläge, zivile Todesopfer, Terror und Gewalt herrschen. Es gibt keine Möglichkeit, so wie manche Verantwortliche und scheinbar unwissende Parlamentarier*innen behaupten in Afghanistan Arbeit zu finden, geschweige denn, das Erlernte umzusetzen.
Im Gegenteil!

Ich „begleite“ abgeschobene Afghanen in Afghanistan. Sie sind in größter Not, können ohne Unterstützung aus Europa kaum überleben, sind immer wieder Erpressung, Verfolgung von radikalen Menschen ausgesetzt und erleiden schlimmste psychische Qualen!
Das ist es was wir mitverantworten wollen?

Die Menschen, aus Afghanistan auf der Flucht hier bei uns gelandet, haben ihr Bestes gegeben, gelernt, sich mit unserer Gesellschaft in Liebe verbunden, hier die letzten 5 Jahre Wurzeln geschlagen. Doch sie dürfen nicht zur Ruhe kommen, denn verantwortungslose Politiker*innen, Machtmenschen der Sonderklasse, setzen sich über jede humanitäre Regung hinweg und wollen sie zurück in ein Hochrisikogebiet bringen!

Ich kenne den Alltag dieser Burschen.
Sie leiden unter extremen Ängsten, Schlaflosigkeit, psychosomatischen Erkrankungen, Depressionen und alles nur aus diesem einen Grund: die furchtbare Angst nach Beendigung ihrer Ausbildung/Lehre, von gewissenlosen Politiker*innen in das gefährlichste Land der Welt abgeschoben zu werden.

Nicht nur aus humanitären Gründen, nein, auch aus menschenrechtlicher Sicht erwarte ich mir von den beiden Regierungsparteien eine verantwortungsvolle Lösung.
Die Zeit drängt! Und es ist untragbar für diese unbescholtenen, gut integrierten jungen Menschen keine Lösung zu finden.

Afghanistan ist ein Kriegsland.
Wir dürfen nicht zulassen, dass politische Machtansprüche, bewusste Verrohung in der Politik auf Kosten von jungen Menschen stattfindet! Junge Menschen, die aus einem Kriegsland kommen auf diese Art und Weise zu brechen ist ein Verbrechen.

#Menschenrechte #AfghanistanIsNotSafe #SicherSein #AusbildungStattAbschiebung

Doro Blancke, Vorstandsmitglied Fairness-Asyl, Ute Bock Preisträgerin 2020

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