Pushbacks als systematisches Problem

Der Europarat hat die Zunahme widerrechtlicher Zurückweisungen von Asylsuchenden an den europäischen Außengrenzen angeprangert.

Der Europarat spricht sich also jetzt dezidiert gegen diese verbrecherischen Praktiken aus.
Das schätzen wir sehr, besonders, da wir an den griechischen Außengrenzen arbeiten und so wie alle anderen auch wissen, dass hier grausamste illegale Pushbacks zum „Tagesgeschäft” gehören.

Die Erzählungen stammen zu 99% von den Betroffenen.
Sie sind, auch wenn sich die Geflüchteten noch nie getroffen haben, immer ident.
Auch NGOs wissen, dass Menschen, die gerade auf Lesbos (ist aber auf anderen griechischen Inseln auch nicht anders) gelandet sind, ins Quarantänecamp kommen.
Es gibt Fälle, da wurden die Menschen in der folgenden Nacht von den griechischen Behörden dort wieder abgeholt und auf’s Meer gebracht.
Dort verfrachtet man die Geflüchteten auf die „schwimmenden Inseln“ und schleppt sie genau an den Rand zu türkischem Hoheitsgebiet/türkischen Gewässern.

Die Geflüchteten schreien und weinen vor Angst. In lauen, windstillen Sommernächten kann man die Verzweiflung, die Schreie hören.
Man drängt sie so lange zurück, bis sie sich wimmernd ihrem Schicksal ergeben.
Irgendwann kommt die türkische Küstenwache und schleppt sie in die Türkei zurück.

Die Beamten der Hellenic Coast Guard kehren dann am Morgen voller Stolz in den Hafen von Mytilini zurück.
Sie stehen stramm und stolz an Deck, als hätten sie soeben die Welt vor einem Krieg bewahrt.

Alle auf der Insel wissen um diese Verbrechen. Auch alle politischen Personen und NGOs sind sich dieses Wahnsinns, dieser Verbrechen bewusst. Auch die Einheimischen sprechen hinter vorgehaltener Hand darüber.
Ab und an meldet sich jemand zu Wort:
„Wir mahnen ein, das darf nicht passieren“, bis hin zu „Wir verteidigen ja „nur“ unser Land“.
Schockierend, wenn man die Umstände kennt.

Jetzt zur Frage, die ich mir täglich auf dieser Insel und als europäische Bürgerin stelle.

WANN haben diese Menschenrechtsverbrechen ein Ende?

Es wissen alle Bescheid.
Von oben nach unten und umgekehrt.
Egal mit wem ich darüber spreche, es gibt niemanden, der nicht davon weiß.

Es muss in Europa ein „Werkzeug“ geben, welches diese Verbrechen sofort unterbindet.
Heute noch!
Die griechische Regierung muss sofort angehalten werden, diese Menschenrechtsverbrechen zu stoppen.

Während wir hier auf der Insel unsere Arbeit tun, die immer noch dringend notwendig ist, da etliche Geflüchtete nicht mal das Existenzielle wie Essen haben, gehen die Grausamkeiten weiter.
Wir müssen gemeinsam dafür aufstehen, es müssen Maßnahmen getroffen werden, dass dieser Wahnsinn sofort endet.

Ihr/Sie wollt/wollen uns bei unserer Arbeit unterstützen, dann spendet/spenden Sie gerne etwas unter:

Flüchtlingshilfe/refugee assistance – Doro Blancke
IBAN: AT93 3842 0000 0002 7516

Oder per Paypal: paypal.me/helfedorohelfen

Vielen Dank für Eure/Ihre kontinuierliche Unterstützung!
Doro Blancke und Team

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