„Wir sind nicht alleine“ am 11. Mai 2018 am Minoritenplatz, Wien

Doro Blancke Wir sind viele 3 Kommentare

Christoph Riedl, Daniel Landau, Michael Genner und ich

 

Christoph Riedl, Diakonie Österreich

Daniel Landau und Chor TrotzAlleDem

Michael Genner, Asyl in Not

Meine Rede

Meine Nachricht an Dich Ahmad Jan und an alle Menschen, die innerlich spüren, dass wir einen anderen Umgang mit Menschen auf der Flucht haben sollten, in der großen Hoffnung, dass wir eine großartige Bewegung weitertragen und ausbauen! #justiceforA #justiceforafghanes Hey Jan! Ich beginne damit: ich werde nicht eher Ruhe geben, bis Recht wieder Recht ist und die Menschen so stark sind, dass sie sich über Parteigrenzen, Vorbehalte, Ängste, Unverständnis, usw hinweg heben, um in unserem Land wieder die menschliche Ordnung her zu stellen, die sich die meisten ÖsterreicherInnen im Herzen wünschen. Der Tag, an dem ich durch die Scheibe des Flughafenrestaurants deine Deportation in eines der brutalsten Länder der Welt, Afghanistan mitansehen musste, war für mich einer der schlimmsten meines Lebens.

Wieviele Male hab ich dir Mut zugesprochen, haben wir über Recht, menschliche Liebe und Gerechtigkeit philosophiert. Wieviele male saßen wir uns in der Schubhaft an der Glasscheibe gegenüber und versuchten an einen guten Ausgang zu glauben. Einige Male sagtest du mir, ich soll doch lächeln, denn dadurch könntest du all dies ertragen…… Unzählige Menschen in unserem Land, unzählige, aus allen verschiedensten Bereichen baten darum, die tödliche Gefahr, der du nachweislich in Afghanistan ausgesetzt bist zu berücksichtigen. Dein Fall bewegte und bewegt die Öffentlichkeit. Erstens wegen deinem unfassbaren Schicksal. Und weil es so offen zeigt, mit welcher Vehemenz die politisch Verantwortlichen das Leben eines jungen, unschuldigen Menschen ignorieren, nur um allen Flüchtlingen von nah und fern klar zu machen „wir wollen euch nicht!“ Dein Satz „Doro, das ist ein politisches Ballspiel, ich bin der Ball, bitte fang mich auf“ wird ewig in meinem Gedächtnis bleiben. Ich versuch trotzdem, dich zu tragen, egal wo du bist, denn ich sehe es als meine menschliche Pflicht meine Freunde und dazu zähle ich dich, jeden Menschen in so unfassbarer Not nicht hängen zu lassen. Sei dir versichert, auch wenns nicht immer leicht ist, ich bleibe neben dir! Egal wo du bist! Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum dieser, dein Fall nicht vergessen werden darf! Und diese Gründe machen deinen Fall genauso zu unserem Fall. Es geht um unsere Haltung! Und es geht um das Recht und darum, wie wir Menschenrechte interpretieren und in der Praxis leben.

Mir liegen unzählige Fälle vor, wo das BFA behauptet, es bestehen keine Anbindungen an Österreich, obwohl der Betroffene bei einer österreichischen Familie ein und aus geht. Ich kenne einige Fälle, wo der BfA Beamte laut ausgesprochen hat, das „wir“, wer auch immer das sein mag, wissen, dass Leute aus Afghanistan lügen. Und ich kenne Amtsdirektoren des BFA persönlich, die mir glaubhaft gesagt haben es gäbe die Weisung, Afghanen negativ zu entscheiden. Weißt du Jan und das genau sind die Gründe, neben vielen anderen, die diese Dramen, diese unglaubliche Entgleisung, diese menschenverachtende Politik, die sich im Moment in unserem Land und in anderen europäischen Ländern breit macht, auch zu meiner, zu unserer Sache macht! Als du abgeschoben wurdest, unter diesen dramatischen Umständen hat meine Mutter geweint und gesagt, sie hätte das alles schon mal erlebt. Das und all meine Erlebnisse mit dem BMI, der Politik, den hetzerischen Medien, die alles daran setzen um euch von uns menschlich zu trennen, das ist etwas, das ich einfach nicht akzeptieren kann, nein, nicht akzeptieren will. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich im Frieden geboren bin. Ich bin so unendlich dankbar, dass viele Menschen, ÖsterreicherInnen, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn, Türkei, Deutschland, usw, geholfen haben unser Land zu dem zu machen was es ist, ein friedliches, reiches Land. Und wo gibt es einen besseren Ort Mensch zu bleiben, die Liebe, Güte, Vernunft und den Frieden zu leben, als in unserem? Wenn wir hier nicht Mensch bleiben, nicht Vernunft und Recht miteinander kombinieren, wo dann auf der Welt? Ich will nicht, dass in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, Leute aus unserem Land deportiert werden, wo im Prinzip jeder weiß, dass sie nichts als Krieg, Brutalität, Bombenanschläge und Radikalismus erwartet.

Ich will nicht dabei sein bei jenen, die später ihren Enkelkindern sagen müssen, es ging nicht anders. Und ich will nicht, dass hier in meinem/unserem friedliebenden Land, dessen Hauptreligion die Botschaft Jesu beinhaltet, solche Grausamkeiten, solche menschliche Verbrechen stattfinden. Nein, das will ich nicht, ich will die Liebe! Und dafür werde ich so lange mit Menschen reden, PolitikerInnen um Dialog bitten, solange von Tür zu Tür laufen, mir in allen Bevölkerungsschichten Verbündete, liebende, zum Teil ratlose, doch liebende Menschen suchen, bis dieses Verständnis so weit gewachsen ist, dass diese Menschenrechtsverbrechen und diese Grausamkeiten gegenüber euch, gegenüber dir Jan, nicht mehr möglich sind. Weil sie vehemt von der Politik eine andere Lösung fordern

Kommentare 3

  1. Du, liebe Doro bist ein Licht am Wegesrand.
    Es soll eine Epidemie der Lichter stattfinden.
    Wenn die “ Bösen Geister“ gerufen werden können, werden die „Guten Geister“ umso intensiver und mutiger kämpfen.
    🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹

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  2. Du, liebe Doro bist ein Licht am Wegesrand.
    Es soll eine Epidemie der Lichtet stattfinden.
    Wenn die “ Bösen Geister“ gerufen werden, werden die „Guten Geister“ umso intensiver und mutiger kämpfen.
    🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹

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