Lesbos – KaraTepe – Moria2 – Hilfe vor Ort

Doro Blancke Lesbos - Moria Kommentieren

Letzten Freitag bin ich nach einer 3 tägigen Unterbrechung wieder auf Lesbos gelandet. Es war wunderbar zuhause, der Geburtstag meiner Tochter, die Begegnung mit meinen wunderbaren Kindern, Musikgenuss von Mulham und Estas Tonne, Arbeit im Forum Stadtpark. Jeder Moment für sich eine Kraftspende. Danke!

Die braucht man dringend, wenn man hier vor Ort ist und sich einer Realität stellt, die eigentlich unfassbar ist. Eine Realität, die die hässlichste einem die hässlichste Fratze der politischen Spiele vor Augen führt. In der Menschen „ausgehungert“ werden, um an einen anderen Ort gezwungen zu werden. Menschen wochenlang ohne Duschen, mit einer Mahlzeit am Tag, die gefroren geliefert wird und nur mit Tagestemperaturen aufgetaut, aber niemals erwärmt werden. In der 4000 Kinder und ca 1200 Menschen mit Behinderungen leben, ohne das Minimum ihrer Grundbedürfnisse abgedeckt zu haben.

Einer Realität in auch viele NGOs sich am Elend der Menschen bereichern, in der es für Polizisten normal scheint, auf Familien mit Tränengas vorzugehen, in der Menschenrechtsbruch an der Tagesordnung zu sein scheint, da das Chaos in diesem grausamen Spiel so groß ist, dass all dies zur Normalität wird. Ein Teil der Bürger*innen der EU empören, oder weiden sich daran, je nach menschlicher Verfassung, manche begeben sich vor Ort um zu helfen, Politiker*innen benutzen gnadenlos die zusammengepferchte Menge um weiterhin ihr visionsloses, nationalistisches Gedankengut zu verbreiten und die Angst vor der Übernahme unseres Kontinents, seitens „der Fremden“ zu schüren.

Wir, die wir hier für „Hilfe vor Ort“ sind bemühen uns neben all diesem Wissen „unaufgeregt“ zu bleiben, um den Menschen, die so dringend akute Hilfe benötigen in irgendeiner Weise unterstützend begegnen zu können.

Und vieles gelingt.

Dank Euch, die ihr großartige finanzielle Unterstützung bereit stellt. Innigsten Dank! In unserem Fall auch dank einer heimischen NGO vor Ort „Home for All“, deren Initiator*innen seit bereits 6 Jahren hier täglich Hilfe direkt für die Menschen leben. Zwischen 500 und 1500 Essen zu kochen ist für Nikos und Katharina zum Alltag geworden, die tägliche Begegnung mit den Menschen auf der Flucht genauso normal, wie für Menschen mit Asyl, die in Griechenland mittellos auf die Straße gesetzt werden, eine Bleibe zu finden. Ich bin den beiden unheimlich dankbar, dass sie uns in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben, uns die Hotspots in den Jungles zeigten, wo versteckt unter widrigsten Umständen immer noch Menschen leben, uns gezeigt haben, wie man hier Notleidenden begegnen kann, ohne Stress mit den Behörden zu bekommen.

So begeben wir uns täglich mit ihnen auf die Straße und können effizient und sehr menschlich die vielgepriesene und auch verspottete #HilfeVorOrt praktizieren.

Das heißt, warmes Essen für all jene, die aus welchen Gründen auch immer noch in den „Jungles“ rund um das abgebrannte Camp „hausen“. Babynahrung, Pampers, Fläschen, Popocreme, Feuchttücher, Wasser, Obst, Schuhe, Jacken, Spielzeug für die Kinder, uvm. auszugeben.

Dafür fahren wir mit einem Auto die Straßen ab, mittlerweile habe ich einen Ort gefunden, an dem die Menschen, extrem viele Familien bereits auf uns warten. Wenn wir dann kommen begrüßen sie uns mit einem Lächeln, als würden wir gemeinsam ein Fest feiern, stehen ruhig in der Schlange (wie sehr ich das verabscheue) und bedanken sich überschwenglichst für 5 Stück Pampers.

Doch in dem Augenblick wenn einem Menschen gegenüber stehen, die uns bereits kennen und bereits wissen, dass sie sich für einen sch… Apfel, für ein Babyfläschchen, what ever nicht 1000 x bedanken müssen, sondern sie dich warmherzig anlächeln und sagen „cu soon my sister“, dann weiß ich, dass ich genau dort bin wo ich sein will und muss, dass Eure Unterstützung bestens platziert ist und dass selbst im größten Elend die Menschlichkeit und Liebe Licht bringen.

Ich fordere von unserem Bundeskanzler eine sofortige Mithilfe bei der Evakuierung des Camps! Gemeinsam mit vielen anderen Österreicher*innen, die sich in unzähligen Petitionen, Mails, Zusammenkünften, Mahnwachen und anderen Aktivitäten gegen diesen Wahnsinn in Europa aussprechen. Die auf keinen Fall einen Tag länger, denen in ihrem Menschsein bewusst ist, dass das, was hier passiert, Menschen hier angetan wird, keinerlei Raum geben darf, um politische Macht zu spielen, die Gesellschaft Schritt für Schritt gnadenlos zur Verrohung zu führen und unsere eigene Würde mit Füßen zu treten. Sagten nicht wir alle und besonders die Bundesregierung #NieMehrWieder?

Mit diesen Gedanken begebe ich mich jetzt zum täglichen Einkauf, dann zu Home for All um das bereits gekochte Essen gemeinsam mit anderen zu verpacken und um mich dann wieder mit all dem Schmerz, dem Leid zu konfrontieren, das hier tagtäglich produziert und hoch dotierten, unverantwortlichen Politiker*innen ignorant zur Kenntnis genommen wird.

In der Zeit in der ich hier bin konnten wir bereits etwas über 10.000 Euro zum täglichen Essen beitragen (Home for All) , 5000 Masken bestellt, die wir verteilen, 1000ende Pampers ausgegeben, beim Fleischhauer einen Gutschein hinterlegt, dass Home for All dort Ware abholen kann, für 1700€ Schuhe gekauft und verteilt. Regenponchos, dringend notwendig, bestellt. Heute „Babytag“. Pampers, Milchpulver, Flascherl,

David Pichler/Berufsfotograf und lieber Freund aus Graz, selbst hier vor Ort, hat mir einen Tag Fotoarbeit geschenkt. Ich bin ihm sehr dankbar, denn es ist mir sehr wichtig, dass Ihr alle seht, was mit Euren Geldern passiert, dass sie direkt bei den Menschen landen, was #HilfeVorOrt für uns heißt, welche Grundbedürfnisse hier fehlen. Innigen Dank lieber David. Für alle die weiter unterstützen wollen, ich fliege am Sonntag für 3 Wochen nach Hause und komme dann aber hier her zurück

Doro Blancke AT93 3842 0000 0002 7516 Betreff: Lesbos

Wie immer betone ich ausdrücklich, dass dies kein Dauerzustand bleiben darf. Ich fordere, gemeinsam mit vielen anderen Menschen und NGOs den Bundeskanzler und die Bundesregierung, sowie alle anderen Mitgliedsstaaten der EU dazu auf, schnellstens dieses grausame politische Spiel zu beenden und Menschen von hier zu evakuieren, in unserem Land aufzunehmen. #Courage #144Leben . Geben wir nicht auf, der Mut und die Kraft der Liebe können die Situation verändern, unser Mut, unser Kraft!

Herzlichen dank an Euch alle, in Verbundenheit und Liebe,

Doro

#Lesbos #KaraTepe #Moria2 #HilfeVorOrt #Menschlichkeit #Verantwortung #Österreich #Griechenland #EU

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