Lesbos/Griechenland

Gestern war ein Tag, der uns alle sehr berührt hat. 

Man kann beinahe sagen, eine Ära ging zu Ende. Auch der letzte unserer “alten” Community Volunteers konnte mit einem positiven Asylbescheid nach Jahren die Insel Richtung Festland verlassen. 
Wir fühlen uns mit diesen jungen Menschen so sehr verbunden. Seit dem Brand in Moria arbeiten sie mit uns. Hilfsbereit, freundlich, immer zur Stelle wenn wir sie gebraucht haben. 
Wir und die Schutzsuchenden haben ihnen viel zu verdanken. Sie waren immer informiert, wo die Not am größten war, wo wer dringend etwas brauchte, wenn die Menschen auf der Straße standen, erkrankt waren, usw. 
Ohne unsere Community Volunteers hätten wir die Arbeit niemals so machen können, wie wir sie tun, sodass Hilfe direkt bei den Geflüchteten ankommt. Herzlichen Dank dafür. 
Von ganzem Herzen wünschen wir Mohammad Ali und Omid alles Gute. Selbstverständlich bleiben wir in Kontakt und unterstützen wo wir können, denn sie waren nicht nur wunderbare Kollegen, nein, sie sind auch Freunde geworden. Sie haben in ihrer Umsichtigkeit auch für neue Kollegen gesorgt. So haben sie Mohammad gut eingeschult und uns zwei weitere Volunteers vorgestellt, die wir in unser Team aufnehmen werden. 
Denn auch wenn hier auf Lesbos ein Kommen und Gehen herrscht und ganz Europa nur mehr noch über die Ukraine spricht, die Geflüchteten auf Lesbos sind immer noch auf Unterstützung angewiesen. Es gibt hier seitens der Regierung kaum jemanden, der es gut mit ihnen meint, darum bleiben wir hier. 

Auch ein Abschied, der mir nicht immer leicht fällt, ist der von meinem lieben Kollegen Fayad. 
Nach drei Monaten auf der Insel war es an der Zeit, dass er nach Österreich zurück kommt.
Die Zeit hier ist anstrengend. Fayad ist sechs Tage die Woche unterwegs, um das Beste für Refugees zu gestalten. Egal ob Lebensmittelverteilungen, Wohnungen, Rechtsprojekt, Unterstützung auf anderen Inseln, in Athen, er gibt immer sein Bestes. 
Egal welche Ideen, Wünsche ich habe, wenn es nur irgendwie möglich ist versucht Fayad alles, um diese in die Realität umzusetzen. 
Auch wenn vielen nicht bewusst ist, welche Verantwortung, welche Arbeit hier auf uns lastet. Jemand der hier drei Monate vor Ort gewissenhaft und mit viel Herz die Dinge im besten Sinne für die Geflüchteten abarbeitet, hat sich einen Aufenthalt zuhause mehr als verdient. 
Danke von Herzen, lieber Fayad, für Deine wunderbare Arbeit, für das Vertrauen und die Freundschaften, die Du hier aufgebaut hast. Ich freue mich sehr, wenn wir uns wiedersehen und fühle mich durch unsere Arbeit und in inniger Freundschaft sehr mit Dir verbunden. 
Du machst diese Insel, die so voller Schmerz ist, zu einem besseren Ort. 

Last but not least mussten wir auch Luna verabschieden. 
Jedes Mal wenn ich mit Luna hier gemeinsam auf der Insel bin, sie im Arbeitsalltag erlebe, bin ich sehr berührt und begeistert. 
Sie verkörpert das, was sich Menschen wie ich, die die Verantwortung für einen Verein, der an den Außengrenzen Europas arbeitet, nur wünschen kann. 
Verlässlich, engagiert, trotz all der Seriosität eine jugendliche Unbeschwertheit, die die Menschen zum Strahlen bringt, auch das ist es , was die Geflüchteten brauchen. 
Luna, die ja bereits mehrere Male mit uns im Einsatz war und ich denke nicht das letzte Mal, gehört bereits zu unserem “Stammteam”, erlaube ich mir zu sagen. Und ich bin mehr als dankbar dafür. 

Ich bleibe jetzt drei Monate hier. 
Im Moment gemeinsam mit Sabine, einer großartigen Freundin aus Kapfenberg, mit der ich bereits 2015 in Spielfeld zusammen arbeiten durfte. 
In einigen Tagen kommt Jakob dazu, ein Mitglied von Wochenende in Moria in Innsbruck. Auch er bleibt bis Ende Juni. Wir sind sehr dankbar, dass wir immer wieder Freiwillige haben, die unser Tun hier so engagiert unterstützen. Denn was wären wir ohne diese Gemeinschaft. 

Dass Ihr, liebe Leser*innen, unsere Arbeit hier möglich macht, ist auch etwas, das ich nicht unerwähnt lassen möchte. Freuen wir uns gemeinsam über die vielen schönen Projekte, die hier nachhaltig laufen, und wünschen wir gemeinsam den oben erwähnten Freund*innen/Kolleg*innen von Herzen eine Zeit, in der sie auftanken und sich nähren können. 
Denn nur, wenn wir zufrieden und in der Liebe sind, können wir diese sehr anstrengende Arbeit tun. 

Herzlichen Dank, Doro 

Kommentare 2

  1. Ich schließe mich den Wünschen gerne an!
    Es war beeindruckend für mich einen kleinen Teil eurer Arbeit vor Ort kenn zu lernen!

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