Homeschooling auf Lesbos

Neben all der Unterstützung die wir im Moment auf der Insel leisten, waren uns auch die Kinder der außerhalb des Camps lebenden Familien sehr wichtig.

Kinder, die seit Jahren auf der Flucht sind, die Hölle von Moria erleiden mussten, die die Verzweiflung ihrer Eltern anhand der massiven Menschenrechtsbrüche miterleben müssen. Die meisten Eltern hier kümmern sich rührend um ihre Kinder, soweit das in dieser Situation möglich ist. Trotzdem müssen wir darüber sprechen, dass sie selbst kaum noch Kraft haben, selbst Betreuung benötigen und endlich mit ihren Kindern in eine menschenwürdige Situation gebracht werden müssen. Kinder müssen eine reguläre, formale Schulbildung erhalten, was jetzt nicht der Fall ist. Auch wir können diese Lücke nicht ganz füllen, aber wir geben unser Bestes den Kindern etwas Grundbildung und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Wir alle in Österreich sind so weit weg von der Realität hier und ich bin mir sehr sicher, würden die Österreicher*innen statt der geschönten Berichte der Regierenden die Realität, in der die Familien hier ausharren müssen hautnah erleben/sehen, sie würden keinen Tag diese Form der Unterbringung, Behandlung akzeptieren.

Neben unserem konsequenten, wenn auch nicht immer leichten Dialog mit politisch Verantwortlichen und deren Mitarbeiter*innen, neben finanzieller Unterstützung und Entwicklung von Kooperationen mit Rechtsberater*innen, medizinischen NGOs, neben Lebensmittelpakten, Hygieneartikeln, Babypakten, haben wir uns für ein Projekt entschieden, dass nicht nur die Herzen der Eltern und der Kinder erhellt, sondern auch unsere.

HOMESCHOOLING – Unterricht für die Kinder jener Familien, die außerhalb des Camps leben.

Camillo, unser Volunteer aus Österreich unterrichtet, gemeinsam mit unseren beiden Community Volunteers aus Afghanistan ca. 50 Kinder.

Montag bis Mittwoch späterer Nachmittag sind Schultage. Englisch, Mathematik, Kreative Stunde, Sozialstunden. Unsere Volunteers haben sich wunderbar vorbereitet. Mit Eurer Hilfe konnten wir alles besorgen, was wir für dieses Projekt brauchen. Hefte, Schreibmaterialien, Lineale, Radiergummi, Spitzer, Lernspiele, Notizbücher, usw. außerdem bekommt jedes Kind zwischen den Unterrichtsstunden eine Jause.
Die Kinder blühen richtig auf. Auch die Eltern sind voller Freude, einige gesellen sich zum Unterricht dazu und lernen mit.
So ist die Freude groß, wenn die ersten Buchstaben gelesen und geschrieben werden können. Zahlen zu Mengen werden und die Welt nicht nur Einsamkeit und Trostlosigkeit zu bieten hat.

Kinderlachen, ihre Freude am Lernen, ihr Eifer, auch ihre Überschwenglichkeit führt uns intensiv vor Augen, wie verletzend und traurig es für die Kinder und ihre Eltern ist, nicht gesehen, alleine ihrem Schicksal überlassen zu werden.

Camillo, Mohammad Ali und Omid kommen diese Tage, an denen Schule stattfindet erfüllt von ihrer Arbeit zurück. Es tut uns allen gut, auch wenn es nur 3 Tage in der Woche ist, die Veränderung, die Menschlichkeit und für einander da sein bewirken kann, zu erleben.

Solange die Familien in Mytelini bleiben müssen, sie haben alle einen positiven Bescheid und warten bereits seit Monaten auf ihre Dokumente, Konventionspässe, solange werden wir die Familien und ihre Kinder begleiten. Hausbesuche, um die persönlichen Bedürfnisse zu erfahren und wo möglich zu unterstützen, Lebensmittelpakete, Hygieneartikel, Vernetzung zu med. Einrichtungen, psychologische Betreuung, Rechtsberatung (wir starten gerade ein diesbezügliches Projekt) all dies sind die Arbeiten, die wir jetzt hier auf der Insel tun. In unser aller Namen, denn wir können unsere Arbeit hier und in Österreich nur Dank Euch, Eurer Unterstützung leisten.

Wenn Ihr, Eure Freund*innen, Verwandten, oder Nachbar*innen unterstützen wollt, gerne unter

AT93 3842 0000 0002 7516 oder https://www.paypal.me/helfedorohelfen

Herzlichen Dank, es gibt viel zu tun.

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