„Gegen Willkür“ ….was hat das mit dem Innenminister zu tun?

Doro Blancke Allgemein, Wir sind viele Kommentieren

Der Abend „Gegen Willkür“ am 7. Oktober im Theater Josefstadt ist fast ausverkauft und das aus gutem Grund.

Viele ÖsterreicherInnen ahnen bereits, dass unser Rechtsstaat ins Wanken gerät, doch viele können noch nicht genau sagen, wo und wie sich das darstellt, was man dagegen unternehmen kann, usw. Ich kann das gut nach vollziehen, wenn ich daran denke, wie ich in der Südsteiermark als Keramikerin gelebt habe. Ich war nicht so eingebettet in NGOs, politische Gruppierungen, usw. Ich hätte im Moment auch nicht gewusst, was kann ich dagegen unternehmen.

Außerdem sind wir ja auch alle nach vielen Jahren sehr solider Demokratie einfach auch geschockt darüber, wie schnell, wie nah jetzt Ereignisse kommen, die fast alle von uns an Geschichtsunterricht erinnern. Dem ins Auge zu schauen macht bei vielen Angst. Bei anderen läuft der Tag hektisch, Familie, Arbeit, abends müde heimkommen, usw. Wir alle kennen diese Situationen.

Und trotzdem wünsche ich mir und bitte dringlichst um eine Demokratie/Rechtsstaat Diskussion in unserem Land.

Ich wünsche mir, dass viele Menschen wahrnehmen, dass es jetzt einfach notwendig ist sich Zeit ab zu zwacken, sich Gedanken zu machen, was hier eigentlich läuft. Und dann die Diskussion endlich wegkommt von den Flüchtlingen, obwohl auch diese eine wichtige ist. Doch ich möchte erwähnen es geht ja diesbezüglich nur um 1% der österreichischen Bevölkerung. Also doch sehr übertrieben, alles, einfach alles auf diesem Thema aufzuhängen.

Viel wichtiger finde ich eine Diskussion darüber zu führen, wie fördern wir konstruktive Gespräche in unserem Land, wie machen wir es möglich, dass sich BürgerInnen wirklich wahrgenommen und gehört fühlen. Wie entwickeln wir Pläne, mit denen ein Großteil der BürgerInnen leben kann, ohne Angst, ohne Hetze. Wie kommen wir endlich zu Themen wie Bildung, Pflege, Sozialwesen. Wie binden wir Menschen, die eben nicht so leistungsfähig sind in unsere Gesellschaft ein und wie lernen wir zu akzeptieren, dass jede Gesellschaft Menschen hat, die gegen die Regeln, gegen die üblichen Wege leben. Und wie und wann stellen wir uns endlich die Frage, wie integrieren wir Andersdenkende, oder Menschen aus anderen Kulturen, ohne sie aus zu grenzen.

Was das mit Willkür zu tun hat?

Jede Menge! Denn gehen die politisch Verantwortlichen nicht endlich auch wahrhaftig in ihre Verantwortung, dann wird die Spaltung, die Härte untereinander, das Unverständnis und das Weitertun ohne konstruktive Lösungen immer größer. Wenn wir nicht aufpassen entsteht daraus Chaos, Chaos, welches wir unseren Kindern, der nächsten Generation hinterlassen. Und ich bin mir sicher, dass die wenigsten Eltern, Tanten, Onkeln, Oma und Opas das wollen.

Jetzt gilt es unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie wieder auf Vordermann zu bringen.

Vieles ist in Bahnen gekommen, die nichts Gutes versprechen. Nicht nur im BMI, BfA, nein, diese Dinge liegen ja wesentlich länger zurück. Auch die Rot/Schwarze Regierung war nicht in der Lage den Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie gut behütet, gut vertreten sind. Diese Dinge sollten wir ansprechen. Wir sollten uns mit den politischen Personen immer wieder unterhalten, ihnen Wege aufzeigen wie es noch gehen könnte. Ich denke viele von ihnen sind aus unterschiedlichen Gründen gar nicht fähig diesen Weitblick zu leben. Klubzwang, Bekämpfung des Gegenübers, Karriereabsichten, Strategien, dem fällt demokratisches Denken zum Opfer.

Unzählige Zuschriften die ich erhalte, beginnen mit der Frage: „Was können wir tun?“

Neben Kampfgeist befällt mich dann auch eine gewisse Trauer! Wie weit weg so viele Menschen vom Gedanken des Gestaltens sind. Ja, WIR können gestalten, jeder von uns. Stellt euch vor der Bundeskanzler bekommt 5 Mio Mails. Unabhängig davon, dass ich gar nicht weiß ob seine Server darauf ausgerichtet sind, stell ich mir mal die Aufregung im Bundeskanzleramt vor. 5 Mio ÖsterreicherInnen schreiben dem Bundeskanzler, dass sie diese Art des Regierens in einigen Punkten nicht gut heißen. Da wär was los.

Und ich bitte zumindest all jene, die mich oder meine KollegInnen, FreundInnen, usw immer anschreiben, sich bedanken, dass wir aktiv sind, bitte rafft euch auf und schreibt. Gestaltet mit uns mit. Es geht ja um uns alle, diese Willkür darf nicht um sich greifen. Benimmt sich der Innenminister so, dann geht das runter bis in die letzten Reihen….wer kennt den Spruch nicht, der Fisch fängt beim Kopf zu stinken an.

Entschuldigung angenommen, Herr Innenminister, aber jetzt bitte sehr verehrter Herr Bundespräsident und  Herr Bundeskanzler  die Konsequenzen! Und einen wahrhaftigen Rechtsstaat für uns alle!

Danke Euch allen fürs Schreiben,

Doro

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