Dublinskandal – eine humanitäre Katastrophe

Doro Blancke Allgemein, Asyl 4 Kommentare

Nach 4 Jahren in Österreich immer noch kein Asylverfahren! Zur Zeit befindet sich ein afghanischer Vater mit seinen 4 Kindern in Schubhaft, gelindere Mittel, der bereits seit fast 50 Monaten in Österreich ist. Die Mutter schwer krank, seit April 2019 im Spital. Voraussichtliche Dauer des Spitalsaufenthalt bis März 2020. Der Vater und die Kinder sind jetzt, durch die Maßnahme des BFA so weit von der kranken Frau/Mutter entfernt, persönlicher Kontakt, Besuch nicht möglich ist. Eine sowohl menschliche, als auch psychische Katastrophe für alle Beteiligten. Unverantwortlich gegenüber den Kindern.

Die Familie ist seit 4 Jahren im Dublin Verfahren. Ihre Asylgründe wurden noch nie geprüft, sie wurden nie gefragt, warum sie flüchten musste. Es gibt auch keine Fingerprints, rechtliche Registrierung in Kroatien. Das Bundesverwaltungsgericht wollte diesen Spuk beenden und hat aus humanitären Gründen verfügt, dass das eigentliche Asylverfahren nun in Österreich und nicht in Kroatien beginnen soll.

BFA erbarmungslos!

Das BFA, Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl hat diesen Bescheid bekämpft und “Recht“ bekommen. Jetzt soll die Familie nach Kroatien abgeschoben werden. Das ist zwar vielleicht rechtlich korrekt, aber total verrückt und humanitär letztklassig.

Hoffnung auf Einsicht zu einer humanitären Lösung.

Wir werden gemeinsam mit unserem Freund Alfred Collmann, dem unmittelbaren Betreuer der Familie intensiv darum bitten und dafür kämpfen, dass das Asylverfahren in Österreich angenommen wird. Alfred betreut seit Jahren ehrenamtlich Menschen auf der Flucht. Der Familie wurde die Grundversorgung entzogen, also mussten sie die Unterkunft, in der Alfred unterstützt verlassen. Man könnte die Familie bei entsprechend politischem Willen sofort wieder dort zuweisen, die Kinder wieder zur Schule gehen und regelmäßig ihre Mama besuchen. Das BMI gab bis zum heutigen Tag keine Stellungnahme dazu ab.

Ö1 Morgenjournal, Bernt Koschuh berichtet: https://oe1.orf.at/player/20200124/586189/1579846239329

#Menschenrechte #Kinderrechte #HumanitäresBewusstsein #Asyl #Dublin https://www.unhcr.org/dach/de/was-wir-tun/asyl-in-europa/dublin-verfahren, https://evang.at/asyl-diakonie-kritik-an-eugh-urteil-zum-dublin-verfahren/

Kommentare 4

  1. Wie wir mit Menschen umgehen, wirkt sich über kurz oder lang auf unsere Gesellschaft aus. Ich hoffe, dass wir uns endlich besinnen, menschlich und mit Augenmaß zu handeln!

  2. Das ist ein katastrophaler Umgang mit Menschen, und alles andere als christlich!
    In vier Jahren hätte die Familie schon gut Fuß fassen können, der Vater hätte einen Job haben können (und ins Sozialsystem einzahlen, was manchen besonders wichtig ist). Diese Kinder wurden staatlich traumatisiert statt sie zu wertvollen Mitgliedern aufzubauen.
    Die Behörde BFA schadet mit ihren Vorgehensweisen den Betroffenen und dem Staat!

  3. Unverantwortlich und unfassbar weitere Traumata zu erzeugen, weitere Personen in Leid zu stürzen, wie die Kinder, und glauben, man könne sein Gewissen rein waschen. Schande über alle Verantwortliche!

  4. Österreich ist in aller Welt bekannt für seine Herzlichkeit, Offenheit und das Willkommenheißen aller Welt.
    Das Vorgehen mit dieser Familie ist eine Schande für unser Land.
    Es schadet einer Familie.
    Es schadet auch Österreich.
    Tun Sie etwas, das zeigt, dass wir Menschen achten!

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