Lesbos – Wir ziehen um

Das soziale Zentrum „PAREA“ schließt.

Wir hatten eine gute und sehr effektive Zeit in Parea. 9 NGOs haben dort ihre Dienste für Menschen auf der Flucht angeboten. Wir hatten dort einen Barbershop, boten Sprachkurse an, packten unsere Lebensmittelpakete, auch unser Rechtsberatungs-Projekt war dort stationiert und wir konnten viele schöne Kontakte zu Menschen auf der Flucht und zu Kolleg:innen pflegen. Jetzt gibt es einen Neubeginn. Gemeinsam mit wunderbaren Kolleg:innen von Terra Psy https://terrapsy.org/projet-soutien-psychosocial-lesbos/ und Makerspace https://www.makerspace-lesvos.org/en dürfen wir einen wunderbaren Ort beziehen. Es ist das ehemalige Grundstück von „Because We Carry“, welches viele Jahre wunderbar bespielt wurde. Der Garten mit Containern bietet alles was wir brauchen, um weiterhin für Menschen auf der Flucht da zu sein. Wir verstehen uns als Kollektiv und gemeinsam können wir am neuen Ort viele Angebote für Geflüchtete sicherstellen.

  • Terra Psy: Therapeutische Arbeit mit Familien, Frauen und Kindern
  • Makerspace: Reperatur von Fahrrädern, elektrischen Geräten wie Wasskocher, ua. was im Camp gebraucht wird. Sowie Reperatur und Verteilung von gespendeten Mobiltelefonen.
  • Wir: Sprachkurse, Barber-Shop, Gartenprojekt, wir packen unsere Lebensmittel-Pakete vor Ort und auch das von uns finanzierte Rechtsberatungs-Projekt, ausgeführt von DCI- https://defenceforchildren.org/dci-greece/ wird vertreten sein.
  • Gemeinsam: Kochprojekte.

Wir sind sehr dankbar, dass „Because we Carry“ uns das Grundstück übergeben hat. Auch sie werden weiterhin einen kleinen Container vor Ort behalten, um bei Bedarf jederzeit für die Menschen auf der Flucht da sein zu können.

Die Übersiedelung und die Übernahme der vorhandenen Container kostet Geld. Geld, welches sinnvoll für Menschen auf der Flucht, ihre Rechte und für Friedensarbeit investiert wird. Jeder der 3 NGOs wird ihren eigenen Container haben. GEAS – Gemeinsames Europäisches Asylsystem, welches seit 12. Juni 26 offiziell in Kraft ist, bringt viele Veränderungen. Die Rechte von Menschen auf der Flucht werden weiterhin beschnitten, Menschen werden als Nummern gesehen, ihre persönlichen Bedüfnisse bleiben völlig auf der Strecke. Alles ist auf Abschreckungspolitik, Festung Europa und Rückführungen – Return Hubs, ausgerichtet. GEAS bietet die Möglichkeit selbst Familien mit Kindern in Haft zu nehmen. In einem Land, in dem es keine staatliche Rechtsvertretung für Menschen auf der Flucht gibt, eine Katastrophe.

Wir sind jetzt 6 Jahre an den Außengrenzen Europas, auf Lesbos.

6 Jahre in denen wir viel leisten und bewegen konnten. In denen wir gesehen haben, was starke Gemeinschaft bewirken kann. Seit mehr als 4 Jahren verteilen wir wöchentliche Lebensmittelpakete an besonders vulnerable Geflüchtete, die in Housing – Projekten von unterschiedlichen NGOs leben. Seit mehr als 3 Jahren finanzieren wir das Frauenschutzhaus auf Lesbos, welches von unseren Partner:innen von https://welcomeofficelesvos.org/ betrieben und die allein reisenden Frauen, mit und ohne Kinder, bestens begleitet werden. Auch wir mieten Wohnungen an, in denen obdachlose, oder besonders vulnerable Geflüchtete in WGs zusammen leben. Sie werden von uns begleitet und wir suchen Möglichkeiten, die Menschen in ein selbstverantwortliches Leben zu begleiten. Wir betreiben das Projekt „Hoffnung schenkt Zukunft“, eine Wohnung, in der anerkannte Asylwerber leben, die wegen fehlender Perspektiven in Griechenland, nach Österreich, oder Deutschland weitergereist sind und von jenen Ländern, völlig mittelos nach Griechenland zurückgeschickt wurden. Auch hier können wir bereits Erfolge von legaler Migration, Ausbildung, Arbeit, Wohnung, in anderen Mitgliedstaaten verzeichnen.

Es ist wichtig, dass wir vor Ort bleiben können.

Genau 6 Jahre sind vergangen, seit das Schreckenscamp „Moria“ gebrannt hat. Ganz Europa war zutiefst betroffen über die Zustände und die Entwürdigung, die dort geherrscht haben. Alle politisch Verantwortlichen haben versprochen, dass solche Zustände nicht mehr herrschen dürfen. Es wurde ein neues Camp, CCAC Mavrovouni, errichtet. Die Menschen leben dort unter widrigsten Umständen in Hauszelten und Containern. Zusammengepfercht bis zu 8 Personen, keine Privatsphäre, keine soziale Begleitung, keine offizielle Rechtsberatung, schlechte medizinische Versorgung. Völlige Isolation von der auf Lesbos lebenden Gesellschaft. Im Sommer, trotz starker Hitze, bis zu 42 Grad in den Containern, kaum Kühlung, kaum Schatten im Camp, in der Nacht müssen die Türen der Container geschlossen bleiben. Zu wenig Stromversorgung, zu wenig warmes Wasser in den Duschen. Es gibt nur 1 mal am Tag eine Mahlzeit. Wenn man weiß wie erschöpft die Menschen auf der Insel landen, welch dramatische und traumatische Erlebnisse sie alle hinter sich haben, dann versteht man, dass diese Behandlung die Situation der Menschen massiv verschlechtert. Genauso wie wir wissen, dass Menschenrechte hier mit Füßen getreten werden. Der griechische Minister für Asyl erwähnt in einem Interview, die Menschen sollen es hier schlechter haben als zuhause, damit sie merken, dass sie in Europa nicht willkommen sind.

Gemeinsam mit Euch bilden wir eine starke und lebendige Gemeinschaft für Menschen und ihre Rechte. Unser aller Rechte.

Neben dem Dokumentieren von all diesen Rechtsbrüchen, dem Austausch mit Kolleg:innen, Jurist:innen, unseren Forderungen an politisch Verwantwortliche, sehen wir die Menschen, kennen ihre Namen, Geschichten und möchten ihnen das andere, das menschliche Gesicht Europas zeigen. Für unser aller Zukunft ist es wichtig, dass wir uns einander zuwendenden, Unterstützung für die Menschen auf der Flucht bieten, Lösungen für die Zukunft erarbeiten.

Dafür benötigen wir Eure finanzielle Unterstützung.

All diese Projekte kosten Geld. Wir sind ein rein spendenfinanzierter Verein. Ihr habt es bereits möglich gemacht, dass wir 6 Jahre vor Ort intensiv und erfolgreich arbeiten konnten. Wir bitten Euch herzlichst diese Unterstützung weiterzuführen. Ev mit einem Dauerauftrag, mit einer kleinen oder größeren Spende, Weiterleiten an Familie, Freund:innen, oder interessierte Bekannte. Unsere Beiträge in den sozialen Medien teilen, es gibt viele Möglichkeiten, uns zu unterstützen.

Wir danken Euch sehr herzlich, Doro & Team

Flüchtlingshilfe refugee assistance – Doro Blancke

AT 93 3842 0000 0002 7516

BIC: RZSTAT2G420

Paypal:

paypal.me/helfedorohelfen

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