Reden wir darüber: Die Linken

Weil dieser geschürte Hass gegen DIE „Linken“ ja auch nach Europa kommen wird – reden wir über DIE „Linken“

Denken wir gemeinsam darüber nach, diskutieren wir.

Ich bin gegen Spaltung, gegen diese hemmungslose sprachliche Brutalität.

Und ich habe noch nie und werde nie den Tod eines Menschen feiern. Egal woher er kommt und was er war – empfinde ich als würdelos.

Ich habe jetzt aber auch keine Lust mehr zum „Weichspülen“, zum „des Friedens Willen“ zu allem zu schweigen.

Immer wieder Rechte ignorieren, was viel zu lange praktiziert wurde und immer wieder tolle Geschichten aus meiner Arbeit zu erzählen, von denen es viele gibt.

Ich möchte klar und deutlich meine Meinung sagen können, ohne Angst jemanden zu bedrängen, zu verletzen (darum bleibe ich höflich), oder als Alphaweibchen wahrgenommen zu werden. Was mich auch nicht sonderlich tangiert.

Was ich nicht möchte: Mich mit jedem(r) losgelassenen Barbar:in unterhalten.

Auch wenn ich Dialog schätze und daran glaube, es gibt Grenzen.

Und ich verwehre mich gegen Sündenbock „die Linken“ – darum meine Frage, wer sind die?

Wer sind die angeblich an allem schuldigen Linken?

Sind es Andersdenkende, Wissenschaftler:innen, Faktenchecker:innen, Zeitzeug:innen, Atheist:innen?

Tätowierte, Obdachlose, Antifaschist:innen, Frauen die über häusliche Gewalt und sexuelle Übergriffe sprechen, Feministinnen, Künstler:innen?

Jene, die seit Jahren davor warnen, dass Sprache, die brutal und brachialisch gegen Geflüchtete und andere bes. vulnerable Personen angewandt wird und wurde, ihre Wirkkraft in voller Härte entfalten wird?

Jene, die wissen, dass Festung Europa, dieses kompromisslose Kidnapping, Rauben, Prügeln, Töten und rechtlose Pushbacken von Menschen auf der Flucht, an den Grenzen Europas, Folgen bis ins Innerste, ins Herz der Zivilgesellschaft Europas, hat?

Sollen es jene „Linken“ sein, die jetzt gnadenlos schuldig gesprochen und gejagt werden, weil Menschen, ohne jegliche Hemmung, ihre grausamen Vorbilder, ihre Führer imitieren?

Ich erinnere an Worte wie „Invasoren“ (Geflüchtete), Gsindel, selber schuld, wenn sie im Meer ertrinken, brauchen nicht kommen, Schmarotzer, usw..

Sind alle Menschen Linke, die sich Menschlichkeit bewahrt, Interesse an Fakten, an gutem Zusammenleben haben?

Immer noch, manchmal schon verzweifelt, für gesellschaftlichen Zusammenhalt arbeiten?

Sind es jene, die das Wort Menschenrechtsbrüche zum Thema Gaza in den Mund nehmen, die israelische Regierung faschistoide nennen?

Oder sind es Menschen die Elternsprecher:innen in den Schulen sind, weil sie sich einbringen wollen? Weil sie ihre und andere Kinder lieben und auch, oder trotzdem konfessionslos sind.

Oder sind es jene, die gegen den Klimawandel kämpfen, weil sie faktenorientiert wissen was uns bevor steht?

Oder jene, Alleinerziehende, die finanziell kämpfen und für gerechte Verteilung stehen?

Ist es ein Kampf gegen weichherzige Menschen, gegen Humanist:innen, gegen Andersdenkende, gegen jene, die sich Rechtsbewusstsein erhalten haben und an demokratische Prozesse glauben?

Und ein Kampf um auch in einem Aufwaschen jene verstummen zu lassen, deren Zweifel an der strammen Rechten immer noch lebendig in ihren Herzen Kreise ziehen?

Wer sind die Menschen, gegen die jetzt Hetzjagd betrieben wird und wer schützt sie?

Alles sehr gefährlich, sehr verfahren und sehr verstrickt.

Manche sind überfordert, ist es zu viel – muss man respektieren.

Für alle anderen darf Schweigen keine Option mehr sein.

Herzlichst, Doro

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