Wir alle kennen Ängste, die einen mehr, die anderen weniger.
Eine vernünftige Portion von Ängsten kann ja auch konstruktiv sein.
Was mir jedoch auffällt und längst kein Geheimnis mehr ist, dass bewusst Ängste geschürt werden, um politische Wege, die vor einigen Jahren noch undenkbar und verwerflich waren, salonfähig zu machen.
Da fallen dann Schlagwörter wie Invasion, Remigration, Links, Rechts, Woke, Klimaterroristen und ähnlich grausame Ausdrücke.
Sie werden bewusst platziert.
Diese Ängste legitimieren Grenzgewalt, Deals mit Autokraten und Diktatoren, Abwertung und Ausgrenzung von Andersdenkenden, Gesellschaft meint sie müsse grausame Mittel anwenden um sich vor allem was anders, unbekannt ist zu schützen.
Das wir damit friedliches Zusammenleben verhindern, viele sozialen Errungenschaften aufgeben, Vereinsamung, psychische Krankheiten, bis hin zu Radikalisierung und Amokläufe, die dadurch auch entstehen können, fördern, ist uns leider noch viel zu wenig bewusst.
Räume zu schaffen, in denen wir uns begegnen können, nicht nur unserer Leistung, unserem Stand, sondern den Geflüchteten, Stadt und Land, Akademiker:innen und Arbeiter:innen haben auch oft völlig unterschiedliche Lebensrealitäten.
Räume in denen wir uns im Vertrauen wahrnehmen wie wir sind, Verbindungen außerhalb unserer Bubbles schaffen, gemeinsam neue Ideen für Frieden entwickeln, das wäre ein wunderbares Geschenk für uns alle.
Beschäftigen wir uns mit unseren Ängsten, so verstehen wir auch die Ängste unseres Gegenübers besser – eine Chance zum milder werden.
Eine Chance, tragende Gemeinschaft wachsen zu lassen.
Denn die Erkenntnis, dass wir uns gegenseitig brauchen, aber auch beflügeln können, ist uns doch allen gar nicht fremd.
Doro Blancke

