Mein Gedanken für dich Ahmad Jan!
Es ist ruhig geworden um Dich, meint man!
Doch das stimmt nicht, Jan!
Täglich schreiben mich Menschen an und fragen mich wie es Dir geht, wie dein Fall liegt, was du machst…..
100te ÖsterreicherInnen denken oft an Dich.
Seit 28.4 telefoniere ich täglich mit dir.
Wie geht es dir?
Diese Frage Dir zu stellen bereitet mir Kummer, weiß ich doch in welcher Situation Du bist, insofern bedeutet die Frage eher ein Einschwingen aufeinander.
Wie geht es einem intelligenten, jungen Menschen, der 7 Wochen in Angst lebt? Angst erkannt zu werden, Angst alleine zu sein inmitten von Chaos, Gleichgültigkeit und Terror.
Angst, dass das was du lieb gewonnen hast, deine Freunde, unser Land, unsere Lebensart, nie wieder in deinem Blickfeld sein wird. …
Ich staune jedesmal, wenn ich mit einem unserer Jungs zu einem Interview/Asyl gehe, wie sehr du mit fühlst und uns Gutes wünscht. Du chattest mit meinem afghanischen Mitbewohner und bist immer wieder bereit dich auf die Freude eines Erfolgs in deren Asylfall einzulassen.
Ich frage mich immer wieder, warum hat das Bfa nicht gewartet mit deiner Abschiebung, bis dein Antrag auf humanitäresBleiberecht entschieden wurde. Auch der Richter des BvwG stellte dem BfA Vertreter die Frage, ob er Abschiebung in diesem Kontext nicht ineffizient finde.
Man hört ja auch munkeln der BfA Vertreter bei deiner ersten Verhandlung, sei froh mit diesem Fall nichts mehr zu tun zu haben.
Soll ich das glauben? Oder ist es eine Beruhigunsgtaktik ?
Können die Verantwortlichen so schnell vergessen, verdrängen?
Sie haben dich abgeschoben, BESTENS integriert, Jobzusage, fast fertige Ausbildung und mit demokratisiertem Herzen.
Mein Versprechen …
… „Ich werde nicht ruhen bis es eine Antwort zu deinem Fall gibt“ werde ich einhalten Jan!
Wir lachen, weinen, philosophieren und schweigen gemeinsam. Wir sprechen reduziert und doch so in der Fülle, weg von Oberflächlichkeiten.
Du verfolgst unseren Alltag, liest Zeitung und bist morgens über die Geschehnisse in Österreicher besser informiert als ich.
Was soll ich dir sagen? Dass ich dich im Herzen trage? Dass Dein Fall viel bewegt hat in Österreich und immer noch viel bewegt? Dass es viele Menschen in Österreich gibt, die sich dezidiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan aussprechen, besonders gegen Abschiebungen von bestens integrierten Menschen, wie Du einer warst.
Kommenden Montag wird in der Öffentlichkeit, in Wien wieder von Dir gesprochen, Deine Gedanken, Texte vorgelesen.
Viele werden mit ihren Gedanken und Herzen bei Dir sein. Nimm es wieder als Anlass Dein Herz mit Hoffnung und Liebe zu füllen, um diese so harte Zeit zu überstehen.
Ich umarme dich, bin in Gedanken bei Dir, wir arbeiten hier konsequent für Dich weiter. Freu mich abends Deine Stimme zu hören, unsere Gedanken auszutauschen.
In inniger Verbundenheit, Doro

